Prolog

Als die Fangruppe Schickeria München 2006 ein antirassistisches Fußballturnier nach dem ehemaligen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer benennt, ist sein Name nur Wenigen ein Begriff. Davor konnte man seine Geschichte fast ausschließlich in den Werken des Fussballhistorikers Dietrich Schulze-Marmeling finden. Zehn Ausgaben dieses Turniers, drei große Choreographien in der Südkurve, einige Veranstaltungen unter anderem mit dem Neffen von Kurt Landauer, Uri Siegel, sowie einige Texte in Fan-Publikationen später ist der Name Kurt Landauer und sein Konterfei aus der Fanlandschaft des FC Bayern nicht mehr wegzudenken. Auch das Engagement eines jungen Filmteams des Kreisjugendrings mit seiner Dokumentation KICK IT LIKE KURT und die (Erinnerungs-)Arbeit der Versöhnungskirche in Dachau tragen dazu bei, dass der Name Kurt Landauer auch außerhalb der FC Bayern-Welt wahrgenommen wird. 2013 wird Kurt Landauer zum Ehrenpräsident des FC Bayern ernannt, 2014 wird ein Spielfilm über ihn im Ersten ausgestrahlt und das Engagement der Schickeria mit dem Julius Hirsch-Preis des DFB gewürdigt.


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    Im Sommer 2006 findet das erste nach Kurt Landauer benannte antirassistische Einladungsturnier der Schickeria damals noch im vergleichsweise kleinen Rahmen statt. Die Teilnehmer besuchen neben dem Fußballturnier an dem Turnierwochenende die KZ-Gedenkstätte Dachau, hören Vorträge und nehmen an Diskussionen teil.

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    Im Sommer 2015 findet das zehnte Kurt Landauer-Turnier der Schickeria statt. Mittlerweile ist das Turnier enorm gewachsen. Das Konzept, ein Fußballturnier mit Inhalten zu verbinden, und der familiäre Charakter sind erhalten geblieben. Das Bild ist von 2014.

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    Anlässlich seines 125. Geburtstages finden 2009 wie hier in der KZ-Gedenkstätte Dachau einige Veranstaltungen zur Erinnerung an Kurt Landauer statt.

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    2013 erinnert die Schickeria mit einer Choreografie im Auswärtsblock in Stuttgart an Richard Dombi, den Trainer der Meistermanschaft von 1932. Es war Kurt Landauer, der den ungarischen Fußballlehrer und mit ihm ein modernes Spielsystem nach München holte. Richard Dombi war wie Landauer Jude und verließ den FC Bayern kurz nach der Meisterschaft.

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    Am 28.02.2008 stirbt Maria Meissner. Sie war eine Person, die abseits des Rampenlichts viel für den Verein – für die FC Bayern-Familie – gemacht hat. Die Schickeria gedenkt ihr mit einer Aktion im Stadion und einem Kranz an ihrem Grab.

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    2009 zeigt eine Choreographie in der Südkurve das Konterfei von Kurt Landauer. Der bedeutende Vereinspräsident wird innerhalb der Fankurve zu einer Identitätsfigur. Seine Werte und seine Geschichte prägen das antirassistische Selbstverständnis der Südkurve.

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    2014 wird in der Südkurve zum zweiten Mal eine Choreographie über Kurt Landauer inszeniert. Das Foto davon wird das Bild der Erinnerung an Kurt Landauer.

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    Zum 70sten Jubiläum der ersten Meisterschaft des FC Bayern wird 2012 in der Südkurve eine Blockfahne zu Ehren der damaligen Mannschaft hochgezogen. Ohne Kurt Landauer und seinen Einsatz für den FC Bayern wäre diese Meisterschaft so nicht möglich gewesen.

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    Ebenfalls 2014 wird die Schickeria für ihr Engagement für die Erinnerung an Kurt Landauer und ihr antirassistisches Engagement vom DFB mit dem Julius Hirsch-Preis ausgezeichnet. Zur selben Zeit zeigt das Erste einen Spielfilm über die Präsidentschaft von Kurt Landauer. Sein Name ist endlich dort angekommen, wo er hingehört.

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    Uri Siegel ist bei den Veranstaltungen wie hier dem Kurt Landauer-Turnier der Schickeria gerne gesehener Gast.

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    Auf einer 2009 von der Schickeria organisierten Veranstaltungen erzählt Uri Siegel, der Neffe von Kurt Landauer, vor vielen interessierten Bayernfans, wie er den Tag der Meisterschaft 1932 erlebt hat.