WIEDERENTDECKUNG DES ERSTEN FUSSBALLPLATZES DES FC BAYERN

Die Geschichte der Spielstätten des FC Bayern ist lang, den meisten Fans ist das Stadion an der Grünwalder Straße, das Olympiastadion oder natürlich die Arena bekannt. Aber in den Anfangszeiten des Fußballsports gab es noch lange keine Spielorte dieser Größenordnung – um das Jahr 1900 spielte der FC Bayern wie auch andere Münchner Vereine auf der Schyrenwiese, dem Waldspielplatz bei Gräfelfing oder der Theresienwiese.

Der FC Bayern hatte das große Glück – dank ihres ersten großen Gönners Friedrich Wamsler sen. – schon gegen Ende des ersten Jahres des Bestehens über einen eigenen Fußballplatz zu verfügen. In der Zwischenzeit geriet die genaue Lage des Platzes und die besonderen Verdienste der Gründungsmitglieder mit Familie Wamsler in Vergessenheit.

Nach langer und umfangreicher Recherche in diversen Büchern, Archiven, Ämtern, auf alten Landkarten, auf früheren Luftbildaufnahmen die noch aus Heißluftballons fotografiert wurden, hat die Kurt Landauer Stiftung den ersten Fußballplatz des FC Bayern nachweislich wiederentdeckt.

Der FC Bayern spielte an der heutigen Clemensstaße 50 in Schwabing in den Jahren 1900 bis 1907. Das erste Spiel auf dem „Spielplatz an der Clemensstraße“ zwischen dem FC Bayern und dem MTV 1879 München fand am 2. Dezember 1900 statt und endete mit 2:2, Kuno Friederich war der erste Torschütze für die Bayern auf dem damals neuen Fußballplatz. Auch das – aus heutiger Sicht – erste Derby (damals gab es ja eine Vielzahl an Begegnungen mit anderen Münchner Vereinen) gegen den Turnverein 1860 wurde am 21. September 1902 mit 3:0 für Bayern entschieden.

Herd- und Ofenfabrikant Friedrich Wamsler sen., dessen Söhne Fritz und Carl zu den 17 Gründungsmitgliedern des FC Bayern zählen, stiftete kurz nach der Vereinsgründung bereits die ersten Tore. Gegen Ende des Jahres 1900 stellte Friedrich Wamsler sen. dem FC Bayern sein umzäuntes Grundstück an der Clemensstraße zur Verfügung. Die Fläche reichte gerade für ein Spielfeld aus.

„Für die Zuschauer gab es nur an den Längsseiten ein bescheidenes Unterkommen und ein kleiner seitlicher Ansatz im rückwärtigen Teil des Platzes ließ dann später auch noch die Aufstellung einer Umkleidehütte bescheidenen Ausmaßes zu“, so Siegfried Herrmann rückblickend in den Clubnachrichten des FC Bayern (Ausgabe April 1952).

Was sich aus heutiger Sicht schlicht anhört, war für einen Fußballverein um 1900 eine riesige Errungenschaft. Nur wenige Vereine verfügten über einen eigenen Platz. Als Dank ernannte der FC Bayern Friedrich Wamsler sen. am 9. Januar 1901 zum ersten Ehrenmitglied. Die besondere Bedeutung der Familie für den FC Bayern wurde auch in dem Nachruf für Fritz Wamsler unterstrichen, die folgendermaßen endet:

„In der Geschichte des FC Bayern ist der Name Wamsler unvergänglich“

Heute wurde die neue Gedenktafel an der Clemensstraße 50 von Familie Wamlser und Uri Siegel (Ehrenpräsident der Kurt Landauer Stiftung und Neffe von Kurt Landauer) feierlich vor rund 100 geladenen Gästen enthüllt.

Wir blicken mit Freude auf die Wiederentdeckung des Fußballplatzes an der Clemensstraße und sind froh hiermit einen wichtigen ersten Erinnerungsort der Vereinsgeschichte an den FC Bayern und seine Anhänger als Geschenk zu übergeben

Öffnungszeiten Ausstellung 'SENDLING ARISIERT'

Wo?

Zielstattstr. 37, 1. Stock
Der Eintritt ist frei.

Wann?

Mittwoch 04.04.18 12:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag 05.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Freitag 06.04.18 10:00 bis 16:00 Uhr
Montag 09.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag 10.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch 11.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag 12.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Freitag 13.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Montag 16.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch 18.04.18 10:00 bis 18:00 Uhr


Veranstaltungen

Donnerstag, 12.04.18, 19:00 bis 21:00 Uhr
Über die Ausstellung SENDLING 'ARISIERT'
Referenten: Simon Goeke und Max Strand
Die Historiker Simon Goeke und Max Strand führen nach einem thematischen Input zur Verfolgung von Münchner Jüdinnen und Juden durch die Ausstellung.
Im Anschluss ist die Ausstellung bis 22:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 15.04.18, 13:00 bis 16:00 Uhr
Workshop zu Biografien von Tätern aus München
Frank Brenninger, Referent u.a. in der KZ Gedenkstätte Dachau und dem NS Dokumentationszentrum München
Wir arbeiten zusammen in einem Workshop die Biografien von Tätern aus München heraus. Da wir in einer kleinen Gruppe arbeiten wollen, ist die Teilnehmerzahl auf 15 beschränkt.
Die Teilnahme und eine gemeinsame Brotzeit ist kostenlos. Anmeldung unter sm@kurt-landauer-stiftung.de.

Montag, 16.04.18, 19:00 bis 21:00 Uhr
Verehrt, verfolgt, vergessen: Werner Hecht
Referent: Andreas Wittner, Archivar in der FC Bayern Erlebniswelt
Andreas Wittner, Mitgestalter der Ausstellung VEREHRT VERFOLGT VERGESSEN - Die Opfer des Nationalsozialismus beim FC Bayern München, erzählt über die Biografie von Werner Hecht und anderen verfolgten Mitgliedern des FC Bayern und auch Tätern aus den Reihen unseres Vereins.
Im Anschluss ist die Ausstellung bis 22:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungen finden alle im Ausstellungsraum in der Zielstattstr. 37 im ersten Stock statt.

Die Kurt Landauer Stiftung zeigt die Ausstellung „Sendling arisiert“ vom 04.04.-18.04. in München-Sendling

Am Erinnerungstag im deutschen Fußball anlässlich des Jahrestags der Befreiung von Auschwitz haben wir zusammen mit Fangruppen an den FCB-Jugendspieler Werner Sigismund Hecht erinnert, der in Auschwitz ermordet wurde. Werner Sigismund Hecht hat mit seinen Eltern lange Zeit am Harras mitten in Sendling gewohnt. Seine Geschichte hat uns zu der Frage gebracht, wie sich der Holocaust hier bei uns vor Ort dargestellt hat.

Die Ausstellung „Sendling arisiert. Enteignung und Vertreibung jüdischer Nachbarn im Nationalsozialismus“ thematisiert anhand ausgewählter Beispiele die Enteignung und Vertreibung jüdischer Nachbarinnen und Nachbarn in Untersendling. Für die Betroffenen bedeutete die Arisierung Entrechtung, Verlust ihres Heims und ihrer sozialen Stellung, gesellschaftliche Isolation und Armut. Mit der Vernichtung ihrer Lebensgrundlage zwang das NS-Regime einen Großteil der deutschen Jüdinnen und Juden ihr Land zu verlassen. Die Ausstellung nennt zahlreiche Institutionen, Akteure und Profiteure der Enteignung und schildert die entwürdigenden Bemühungen der überlebenden Angehörigen auf Rückerstattung des geraubten Eigentums nach 1945.

Wir zeigen diese Ausstellung nach dem Dortmund-Heimspiel in den Räumen der Schickeria in der Meglinger Straße 11 und im Zeitraum vom 04. bis zum 18. April im Kulturraum Zielstatt37 in der Zielstattstraße zwischen Harras und Aidenbachstraße und werden ein begleitendes Programm mit Veranstaltungen dazu anbieten.

Information zu den Öffnungszeiten und dem Programm in den nächsten Tagen unter www.kurt-landauer-stiftung.de oder www.facebook.com/kurt.landauer.stiftung.

Offizielle Vorstellung des Kurt Landauer Stiftung e.V. am 20.12.2017

Als offiziellen Start unserer Stiftung haben wir vor dem Pokalheimspiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund in den Räumen der Initiativgruppe e.V. in der Karlstraße die Arbeit unserer Stiftung vorgestellt. Wir haben uns sehr gefreut, zu diesem Anlass Uri Siegel, Neffe von Kurt Landauer, Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Vorstände des FC Bayern, Karl Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Jan-Christian Dreesen, den ehemaligen FC Bayern-Präsidenten Willi O. Hoffmann, Dietrich Schulze-Marmeling, den Autor zahlreicher sporthistorischer Bücher unter anderem zur Geschichte des FC Bayern, Dirk Kämper, Drehbuchautor des Kurt Landauer-Films, Vertreter der Initiative Nie wieder!, der Versöhnungskirche Dachau, des Fanprojekts München, des jüdischen Museums München, des NS-Dokumentationszentrums München, des FC Bayern-Museums, des Stadtarchivs, des PFiFF (Pool zur Förderung innovativer Fan und Fußballkultur) der DFL, des Projekts Crowdfanding, des AIDA-Archivs, der interkulturellen Straßenliga buntkicktgut sowie des Münchner Kulturbetriebs zur Vorstellungsveranstaltung des Kurt Landauer-Stiftung e.V. begrüßt zu haben. Mit großer Freude haben wir den Auftakt unserer Stiftung im Kreis derer begangen, die aus verschieden Richtungen kommend maßgeblich für die Wiederentdeckung von Kurt Landauer als bedeutenden Präsidenten des FC Bayern und der von ihm verkörperten Werte verantwortlich sind.

Bei dieser Gelegenheit, einen Tag vor dem Todestag von Kurt Landauer am 21.12.1961, haben wir seinen Neffen Uri Siegel die goldene Ehrennadel des Kurt Landauer Stiftung e.V. verliehen. Uri hat mit einem Interview in der ZEIT 2003 alles ins Rollen gebracht und auch uns einen Anstoß zu unserem Engagement gegeben. Wir freuen uns sehr, dass Uri seit dem unseren Weg begleitet hat, oft Gast auf den Veranstaltungen der Südkurve zur Erinnerung an Kurt Landauer war und unseren Weg als Kurt Landauer Stiftung mit uns gehen wird.

Neben unserer ersten Aktion, zusammen mit allen Bayernfans und Sympathisanten unserer Initiative durch eine große Spendenaktion eine Statue von Kurt Landauer auf unserem Vereinsgelände an der Säbener Straße verwirklichen, haben wir unseren Verein und unsere Ziele vorgestellt und uns bei unseren Gästen für die Unterstützung in der Vergangenheit sowie zukünftig bedankt. Anschließend haben Karl-Heinz Rummenigge, Charlotte Knobloch, Rüdiger Heid (buntkicktgut) und Eberhard Schulz (Nie wieder!) freundliche Worte für uns in ihren Grußworten gefunden und Unterstützung angekündigt, wofür wir uns herzlich bedanken. Karl-Heinz Rummenigge hat im Namen von Vorstand und Präsidium die Errichtung der Kurt Landauer-Statue zugesagt, was einen krönend Abschluss für unsere Veranstaltung dargestellt hat.

Wir bedanken uns bei allen Unterstützern und Partnern von Herzen und freuen auf unsere Arbeit. Um es mit den Worten von Karl-Heinz Rummenigge zusagen: „Vielleicht war es einfach Zeit für eine Kurt Landauer-Stiftung."

Offizielle Gründung

Servus Bayernfans,

wir freuen uns, über zwei Jahre nachdem wir das erste Mal die Idee hatten und nach einigen Mühen und Bemühungen, Euch über die offizielle Gründung und den Start der Arbeit des „Kurt Landauer Stiftung e.V.“ informieren zu können. Der „Kurt Landauer Stiftung e.V.“ hat das Ziel, durch seine Aktivitäten an den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München, Kurt Landauer, an seine Geschichte und die von ihm vertretenen Werte wie auch an weitere Persönlichkeiten und Ereignisse aus der Historie des FC Bayern München zu erinnern. Insbesondere sollen Projekte im Sinne einer weltoffenen, fortschrittlichen, liberalen und antirassistischen Gesellschaft und eines friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens aller Menschen unabhängig von ihrer Nationalität, Staatsangehörigkeit, ethnischen und kulturellen Herkunft gefördert werden.

Auf unserer Homepage www.kurt-landauer-stiftung.de findet Ihr ausführliche Informationen darüber, wer wir sind und welche Ziele und Ideen wir haben.

Als erste Aktion planen wir, zusammen mit Euch eine Statue von Kurt Landauer auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße zu verwirklichen, an dem Ort in München-Harlaching, der allein durch den Einsatz von Kurt Landauer im Jahr 1949 zur Heimat unseres Vereins wurde. Wir wollen, dass Kurt Landauer auf sein Lebenswerk blickt, im übertragenen Sinn auf seinen, auf unseren Verein mit seiner großen Historie, sowie auf das Vereinsgelände selbst mit allem, was es repräsentiert. Er soll in weltmännischer Gelassenheit den Spielern beim Training zuschauen, die das Trikot tragen, an dessen Glanz er erheblichen Anteil hat. All die Fans, die wegen unserem Verein an die Säbener kommen, sollen durch die Statue angeregt werden, sich mit unserer Geschichte in allen Facetten auseinanderzusetzen.

Wir wollen uns von Herzen für die Zusammenarbeit bei dem Vorstand und den Mitarbeitern des FC Bayern bedanken, die unsere Bemühungen unterstützen, die Statue auf dem Vereinsgelände aufzustellen.

Wir stehen bereits mit renommierten Künstlern in Kontakt und werden bald die ersten Entwürfe präsentieren. Für die Errichtung der Kurt Landauer-Statue veranschlagen wir aufgrund der Einschätzung der involvierten Künstler nach aktuellem Stand einen hohen fünfstelligen Betrag. Wir hoffen, die Finanzierung der Statue mit Eurer Hilfe bis zum Vereinsjubiläum am 27. Februar 2018 durch Spenden zu realisieren und die Statue im Sommer 2018 aufstellen zu können. Wir werden Euch auf unserer Homepage sowie auf unserer Facebookseite über den Stand der Spendenkampagne auf dem Laufenden halten.

Unterstützt uns, in dem Ihr Euch an der Spendenkampagne beteiligt und in Eurem Bekanntenkreis von unserer Idee erzählt und sie verbreitet.

Spenden mit dem Betreff „Kurt Landauer Statue“ an:

Kurt Landauer Stiftung e.V.

Münchner Bank e.G.

Kontonummer 2183749, BLZ: 70190000

IBAN: DE36 7019 0000 0002 1837 49

BIC: GENODEF1M01

Wir haben als gemeinnütziger Verein die Möglichkeit, Spendenbescheinigungen auszustellen, die Ihr von der Steuer absetzen könnt. Bitte kontaktiert uns nach der Spende unter spenden@kurt-landauer-stiftung.de und gebt Name, Adresse und Geburtsdatum an, wenn Ihr eine Spendenbescheinigung benötigt. Bei Spenden von bis zu 200 Euro reicht Euch für das Finanzamt der Überweisungsbeleg von Eurer Bank. Die Spendenbescheinigungen verschicken wir immer Anfang Januar mit der Gesamtsumme aller im vorhergehenden Jahr jeweils von dem Spender

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Neuigkeiten und Aktivität

Als die Fangruppe Schickeria München 2006 ein antirassistisches Fußballturnier nach dem ehemaligen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer benennt, ist sein Name nur Wenigen ein Begriff. Davor konnte man seine Geschichte fast ausschließlich in den Werken des Fussballhistorikers Dietrich Schulze-Marmeling finden. Zehn Ausgaben dieses Turniers, drei großen Choreographien in der Südkurve, einigen Veranstaltungen unter anderem mit den Neffen von Kurt Landauer, Uri Siegel, sowie einigen Texten in Fan-Publikationen später ist der Name Kurt Landauer und sein Konterfei aus der Fanlandschaft des FC Bayern nicht mehr wegzudenken. Auch das Engagement eines jungen Filmteams des Kreisjugendrings mit ihrer Dokumentation KICK IT LIKE KURT und die (Erinnerungs-)Arbeit der Versöhnungskirche in Dachau tragen dazu bei, dass der Name Kurt Landauer auch außerhalb der FC Bayern-Welt wahrgenommen wird. 2013 wird Kurt Landauer zum Ehrenpräsident des FC Bayern ernannt, 2014 wird ein Spielfilm über ihn im Ersten ausgestrahlt und das Engagement der Schickeria mit dem Julius Hirsch-Preis des DFB gewürdigt.

 

 

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